Wege erkämpfen - Konferenz für Klimagerechtigkeit

weiße Schrift: Wege erkämpfen .- Konferenz für Klimagerechtigkeit 11.03.23 Forum Mannheim. Hintergrund: Bild von einem Klimacamp

Die Bewegung für Klimagerechtigkeit steht vor großen Fragen: Trotz Jahren der anhaltenden (und zuletzt eher abflauenden) Mobilisierung und nach Erfahrungen aktionistischer Ermächtigung und gewaltsamer Repression scheint sich die Klimakrise weiter ungestört und ungebremst zu beschleunigen. Demgegenüber ist es höchste Zeit, sich über Stategien gegen die Klimakatastrophe und der ihr zugrunde liegenden Profit- und Wachstumslogik des Kapitalismus zu verständigen. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit verschiedenen anderen Grupen der Mannheimer Klimabewegung am 11.3. zu einer ganztägigen Konferenz für Klimagerechtigkeit eingeladen. Unter dem Titel "Wege erkämpfen!" war genau das unser Ziel: Neue Wege, Bünsnisse und Aktionsformen ausmachen, die wir in Verteidigung der Möglichkeit einer guten und klimagerechten Zukunft kämpferisch beschreiten können.

 

Neben einem Programm aus vielfältigen Workshops zu Themen wie der Verkehrswende, der Verbindung von Klima- und Arbeitskämpfen oder der Frage von Massenmobiliserungen bildete ein abendlichen Podium das Zentrum des Tages. Dafür waren Gruppen und Bündnisse eingeladen, die der Bewegung ihre strategischen Angebote unterbreiten und gegeneinander diskutieren konnten. Auf dem Podium versammelten sich so Vertreter*innen von Ende Gelände, aus Lützerath, von der letzten Generation, von der durch Schul- und Unibesetzungen bekannt gewordenen End Fossil Occupy! - Bewegung sowie aus der Vernetzung von Klima- und Gewerkschaftsbewegung. In den gut zwei Stunden an Diskussion konnten die großen strategischen Fragen der Klimagerechtigkeit zwar nicht aufgelöst werden, doch zeichneten sich Erkentnisse und Tendenzen ab: Während sich der Widerspruch zum aktionistisch radikalen, doch politisch zahmen Aktivismus der Letzten Generation oft allzu stark in den Vordergrund drängt entwickeln sich lebendige Vernetzungen zwichen Klima- und Arbeitskämpfen, von denen sicher noch zu hören sein wird. Und wenn die von End Fossil und Ende Gelände beschriebenen Pläne Wirklichkeit werden, so ist mit einer neuen Welle an organisierendem Ungehorsam zu rechnen. Natürlich konnte dieses Podium auch nicht festlegen, welche Strategie die Klimagerechtigkeitsbewegung zu ihrem nötigen Erfolg führt. Aber es zeichneten sich doch Wege ab, die eine vielschichtige und radikale Klimagerechtigkeitsbewegung beschreiten kann.